Lernen Sie unsere SEC-KoordinatorInnen und ihre Länder kennen

Brigitte Mäntele ist seit 2012 unsere Koordinatorin in Benin. Davor arbeitete sie als Lehrerin. 1984 kam sie mit dem Deutschen Entwicklungsdienst nach Benin, um Deutsch zu unterrichten. Seither lebt und arbeitet sie in der Küstenstadt Cotonou. Neben ihrer Tätigkeit für das SEC gibt sie in Projekten der Deutschen Zusammenarbeit Deutschkurse für nicht-deutsche Mitarbeitende.

Die Arbeit für das SEC findet Brigitte sehr spannend, denn sie bringt sie in Verbindung mit anderen Menschen. Durch die Tätigkeit konnte sie sowohl in Benin als auch in der Schweiz viele Kontakte knüpfen, die teilweise auch noch nach dem Einsatz weiterbestehen. Das Besondere für sie ist, dass die Einsätze in Benin (mit ganz wenigen Ausnahmen) gute Ergebnisse bringen und bestehende Probleme gelöst werden können. Brigitte sagt: «Ich habe grosse Hochachtung vor unseren Experten, die hier, trotz nicht immer einfachen klimatischen Bedingungen wie Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, immer ihr Bestes geben.»

Das SEC in Benin
Seit Brigitte für das SEC tätig ist, hat sie über 75 SEC-Einsätze begleitet. Die meisten dieser Beratungseinsätze erfolgten in der Berufsbildung. Diese umfasst sowohl Berufsschulen (lycées techniques) als auch Handwerksbetriebe und Handwerksvereinigungen. Weitere Einsätze wurden im Hotel- und Restaurantgewerbe und in der Lebensmittelverarbeitung durchgeführt.

Benin ist stark von der Landwirtschaft dominiert, daher gibt es wenig grosse Industrie. Aktuell wird gerade eine Industriezone auf- und ausgebaut. Entsprechend gibt es nach wie vor sehr viele Klein- und Kleinstbetriebe, die von einer SEC-Beratung profitieren können. Im Moment handelt es sich vor allem um Handwerksbetriebe in der Lebensmittelverarbeitung. Dieser Sektor ist aktuell stark in Bewegung.

Vor allem nach der COVID-Krise und im Zusammenhang mit den derzeitigen Beschränkungen des Weizenimports aus Osteuropa findet in Benin ein Umdenken statt: Man besinnt sich zunehmend auf die lokalen Getreidearten, Lebens- und Nahrungsmittel. Bisher herrschte (historisch bedingt) vielfach die Überzeugung vor, dass nur Importiertes gut ist. In diesem Kontext entwickelt sich der Lebensmittelsektor sehr schnell. Wir möchten daher weiterhin Kleinproduzenten oder (Jung-) Unternehmerinnen, die in der Lebensmittelverarbeitung tätig sind, online oder vor Ort beraten.

Erfahrungen mit SEC-Einsätzen
Als das SEC während der COVID-Krise Ferneinsätze einführte, war Brigitte zuerst nicht begeistert. Sie hielt diese neue Form von SEC-Einsätzen für eine Notlösung, die sich höchstens für Beratungen im Bereich Management und Marketing zu eignen schien. Allerdings wurde Brigitte während dem Ferneinsatz eines Schokoladenproduzenten vom Gegenteil überzeugt. Der Jungunternehmer stellte bereits Schokolade in guter Qualität her. Während dem Ferneinsatz mit einem SEC-Chocolatier konnte er die Qualität weiter verbessern und seine Produktpalette erweitern. Brigitte war überrascht, mit wie wenigen Mitteln, auf kleinstem Raum und in Handarbeit, gut schmeckende Schokolade hergestellt wurde. Der SEC-Experte begleitete den Jungunternehmer dann auch beim Umzug in eine neue, grössere Produktionsstätte mit mehr Maschinen. Die Zusammenarbeit zwischen Experte und Produktionsverantwortlichen war trotz der teils schlechten Internetverbindung optimal. Das Team in Benin hatte beste Arbeit geleistet. Und Brigitte wurde aufgezeigt, dass man mit Ferneinsätzen auch im Bereich Produktion gute Ergebnisse erreichen kann.

In ihrem Alltag als SEC-Koordinatorin ist Brigitte ab und zu mit Schwierigkeiten konfrontiert. Sie hat dann für beide Parteien eine Art Mittlerrolle inne. Sie versucht jeweils für Verständnis zu werben, wenn die Verhaltensweisen auf der einen oder anderen Seite nicht gleich und gut verstanden werden. Oder sie sorgt dafür, dass die Logistik (Unterkunft und Verpflegung) regelmässig und gut funktioniert, und dass Termine eingehalten werden. Manchmal beherrschen die Experten auch die französische Sprache nicht optimal.

Brigitte ist aber der Ansicht, dass das alles kleine Unzulänglichkeiten des Lebens sind, die gut bewältigt werden können. Schwieriger werde es, wenn aus finanziellen Gründen – anders als geplant – das Material für eine technische Fortbildung nicht ausreichend vorhanden ist, der Experte/die Expertin aber bereits vor Ort ist und die geplanten Arbeiten durchgeführt werden sollen. In solchen Fällen hat Brigitte leider keine Möglichkeit, weiterzuhelfen.

„Benin ist ein kleines westafrikanisches Land, das einen unblutigen Wechsel von einer Diktatur zur Demokratie vollzogen hat. Die 1990 organisierte Nationalkonferenz wurde von vielen Ländern imitiert, allerdings ohne das gleiche Ergebnis. Das Land ist nicht reich, aber ruhig und friedlich, die Bewohner sind aufgeschlossen und freundlich.“, antwortet Brigitte auf die Frage, was ihr Land einzigartig macht.

Facts & Figures Benin

Hauptstadt Porto-Novo
Fläche in km2 122’622 km2
Bevölkerung 12,6 Millionen
Sprache(n) Französisch und ca. 60 lokale Sprachen
Durchgeführte SEC-Einsätze seit 2002
123
Hauptindustrien der SEC-Einsätze seit 2002
Nahrungsmittel (17 %), Bildung (15 %), Mechanik (13 %), Tourismus (13%)
Swisscontact in Benin Seit 2002
6 laufende Projekte
Erfahren Sie mehr zu den Aktivitäten von Swisscontact in Benin:
Benin – Countries – Site